Initiative gegen Kinderarbeit

Wasserdichte, verlässliche Kontrollen

Initiative gegen Kinderarbeit

Hierzu gibt es ab 1.9.2016 in Bayern ein neues Gesetz: ...zum PDF Download

In dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs in Sachen Kinderarbeit und Friedhofsordnungen (4N11.2673 vom 06.07.2012) wird die IGEP Foundation ausdrücklich und an erster Stelle als anerkannte Prüf- und Zertifizierungsinstitution benannt, die problemlos in der Lage ist, den Nachweis fehlender Kinderarbeit für die gesamte Wertschöpfungskette zu erbringen.

Zertifizierung von Natursteinen aus Indien

Sehr geehrter Herr Meier,

unser langjaehriger Kunde, Herr Ludwig Schneider (Inhaber der L. Schneider AG) aus Muenchen, schrieb  mir, dass ich Sie ueber unsere Zertifizierung von Natursteinen in Indien informieren sollte. Diesem Wunsch komme ich gerne nach. Es ist allerdings schwierig, eine solche Information kurz zu halten. Deshalb fuege  ich zu Ihrer weiteren Erklaerung  zwei Broschueren in deutscher Sprache und eine Power Point Praesentation in Englisch bei. Falls Sie zusaetzliche  Fragen haben, stehen wir jederzeit gern zu entsprechenden Auskuenften zur Verfuegung.

Unsere Firma, die IGEP Pvt.Ltd., besteht seit zehn Jahren. Ihr Sitz ist Gurgaon, eine neue Trabantenstadt von Neu Delhi. Wir haben ausserdem Zweigbueros in Chennai, Jharkhand und in Bhadohi (Uttar Pradesh). Bevor IGEP rechtlich selbstaendig und finanziell unabhaengig wurde, war es von 1988-2005 ein Entwicklungsprojekt der indischen und deutschen Regierung zur Staerkung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Laendern. In dieser Zeit konnten wir intensive Beziehungen mit sehr vielen Unternehmen, Verbaenden, Kammern und Regierungsstellen aufbauen. Wegen des grossen Erfolges bestand die indische Seite darauf, das Projekt ab 2005 als privates Unternehmen zur Foerderung der privatwirtschaftlichen Beziehungen fortzusetzen. IGEP wurde deshalb ein indisches Unternehmen, das voll berichts- und steuerpflichtig ist. Es besteht heute aus drei Abteilungen: (a) Handelsberatung und -foerderung; (b) Investitionsberatung (c) Zertifizierungen fuer den Sozial- und Umweltbereich. Vorteilhaft fuer IGEP ist seine thematische und personelle Kontinuitaet. Ich leite IGEP seit Beginn und habe das gesamte Vorhaben auch konzipiert. Meine Bueroleiterin, Frau Sharda Subramaniam, ist seit 1988 in der Firma taetig. Einmal bestehende Verbindungen konnten deshalb immer weiter ausgebaut und verstaerkt werden.

Mit sozialen Zertifizierungen befassen wir uns seit 1991. Damals begannen wir mit der Gruendung der Rugmark Foundation. Sie kontrolliert  - offiziell seit ihrer Registrierung 1994 - die Produktion von handgefertigten Teppichen und garantiert mit dem Rugmark-Siegel Teppiche ohne Kinderarbeit. Rugmark war weltweit die erste derartige Initiative. Neben dem Ausschluss von Kinderarbeit pruefte sie von Anfang an auch die Zahlung von Mindestloehnen. Im Zeitablauf kamen spaeter fuer Teppichfabriken andere Aspekte - wie Arbeitszeiten, Gesundheit und Arbeitssicherheit, Nicht-Diskriminierung, umweltfreundliche Produktionsweise, etc.- hinzu. IGEP fungierte immer als Sekretariat von Rugmark. Vorsitzende des Direktoriums ist die bekannte indische Politikerin, Frau Maneka Gandhi (z.Zt. Ministerin fuer "women and child development.").  IGEP/Rugmark arbeitet in Indien mit rd. 300 Teppichunternehmen zusammen und baute Verbindungen zu fuehrenden Importeuren in allen wichtigen Absatzlaendern auf. Deshalb entstanden schon vor ueber zwanzig Jahren die erforderlichen Strukturen fuer eine landesweite und zuverlaessige Kontrolle.

Die Rugmark-Initiative trug entscheidend dazu bei, den drohenden  Zusammenbruch der indischen Teppichwirtschaft zu vermeiden.  Wegen dieses Erfolges wurde IGEP von verschiedenen anderen Sektoren  (sowohl von Importeuren als auch Herstellern/Exporteuren) gebeten, aehnliche Kontrollen mit Audits und Zertifizierungen durchzufuehren. Beispiele sind Textil & Bekleidung, Heimtextilien, Kunstgewerbe und Geschenkartikel, alle Ledererzeugnisse, Schmuck, Fahrraeder, Autoteile, Nahrungsmittel, usw. Die erste Zertifizierung nach einem umfassenden Sozialstandard erfolgte 1996 fuer die Firma Deichmann im Schuhbereich. Zu diesem Zweck entwickelte IGEP 1995 einen ersten Sozialstandard - den ISES 2020. Er besteht bis heute und ist die Basis aller Auditierungen und Zertifizierungsarbeiten. Er beruecksichtigt voll die indische Gesetzgebung im Arbeits- und Sozialbereich ebenso wie internationale  Verpflichtungen, z.B. in der ILO. Das von uns praktizierte System war Beispiel und Leitlinie fuer zahlreiche spaetere Aktivitaeten zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards.

Im Jahr 2008 wurden wir aufgrund unserer langjaehrigen Erfahrungen und des guten Rufs in der Wirtschaft von Vertretern der deutschen und indischen Natursteinindustrie ersucht, fuer sie Zertifizierungen im Natursteinbereich durchzufuehren. Der Rugmark-Board stimmte zu, uns bei diesen Arbeiten personell zu unterstuetzen, wo und wann immer dies noetig sei. Insofern konnten  wir 2009 die ersten Zertifizierungen fuer Natursteine  in Tamil Nadu, Karnataka und Rajastan durchfuehren.

Der Antrag auf diese Zertifizierung kam anfangs in der Regel von dem deutschen Importeur. Entsprechend setzten wir uns dann mit dem Exporteur in Verbindung und bschafften uns die notwendigen Informationen  ueber seine Verarbeitungsbetriebe, Transporteure und Steinbrueche. Erfasst werden auch Zukaeufe aus fremden Steinbruechen. Damit wurde es moeglich, die gesamte Wertschoepfungskette in Indien vom Steinbruch bis zur Verschiffung lueckenlos abzudecken.

Nach einem ersten offiziellen Einfuehrungsbesuch, bei dem das Verfahren erlaeutert wird,  folgen unangemeldete Kontrollbesuche. Diese unangemeldeten Kontrollen sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Verfahrens. Ihnen muss der Exporteur von Anfang an zustimmen. Erst wenn diese Besuche keinen Anlass zu Beanstandungen geben, kann ein Zertifikat ausgestellt werden.

Geprueft werden alle sozial relevanten Kriterien wie Kinderarbeit, "bonded labour", Loehne, Arbeitszeiten, Diskriminierung, Arbeitssicherheit, Gesundheit, Verwendung von Chemikalien, Sprengstoffen, usw. Dies erfolgt in allen Steinbruechen und in den Verarbeitungsbetrieben sowie bei den Transporteuren. Sind alle Zulieferer eines Importeurs geprueft und bestehen keine Beanstandungen mehr, so erhaelt er ein Zertifikat, das ein Jahr lang gilt. Auch der Hersteller/Exporteur bekommt eine Bescheinigung. Voraussetzung ist, dass keine Maengel mehr bestehen und der "Corrective Action Plan" vollstaendig erfuellt wurde. Auch waehrend der Jahresfrist, fuer die das Zertifikat gilt, werden weiterhin unangemeldete Kontrollen durchgefuehrt! Alle Lieferungen werden mit kodierten Aufklebern (Labeln) versehen, die immer eine Rueckverfolgung ermoeglichen.

Die Gebuehren fuer die Zertifizierung liegen fuer die indische Exporteure bei 0.25% des fob Wertes der verschifften Ware. Fuer den deutschen Importeur betragen sie 1% fob. Fuer Gruppen von Kaeufern sind Rabatte moeglich.

Circa  die Haelfte dieser Einnahmen werden von IGEP fuer soziale Zwecke zugunsten armer Kinder und Familien verwendet. IGEP unterhaelt zur Zeit zehn Schulen mit mehr als dreitausend Kindern. Sie erhalten kostenlosen Unterricht und Lehrmittel sowie Schuluniform und Mittagessen. Ausserdem gibt es Massnahmen zur Berufsausbildung und zur Gesundheitsfuer- und -vorsorge.

IGEP ist gegenwaertig die Organisation mit dem hoechsten Marktanteil bei der Zertifizierung von Natursteinen.Bei Grabsteinen fuer Deutschland duerfte der Anteil bei ueber 80% liegen. Neben allen Arten von Granit und Graniterzeugnissen werden auch Marmor, Sandstein, Buntschiefer, Quarzite, etc. zertifiziert. IGEP arbeitete im Jahr 2015  mit 43 deutschen Unternehmen zusammen. Die Zahl der Exporteure bewegt sich im gleichen Rahmen. Geprueft wurden im vergangenen Jahr ueber 120 Steinbruchbetriebe. Sie wurden im Durchschnitt jeweils dreimal kontrolliert.

Die staatlichen Regelungs- und Gesetzgebungsinitiativen lassen eine Zertifizierung angeraten sein. Das gilt nicht nur fuer Grabsteine  (Friedhofsordnungen) und Platten (oeffentliche Beschaffung), sondern auch fuer Pflastersteine, Pfeiler, Treppenstufen, Fensterbaenke, Arbeitsplatten und viele andere Produkte.

Auf Wunsch geben wir zu dem gesamten Themenkomplex gern weitere Auskuenfte. Wir freuen uns, von Ihnen zu hoeren.

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Dietrich Kebschull
Chairman  IGEP

Prof. Internat. Trade and Marketing
Head of Schleswig-Holstein Business Centre
and of Hamburg Business Centre;

Office Address:
Apparel House (Apparel EPC) 
#630-636, 6 Floor,
Plot No.1, Institutional Area, Sector 44
Gurgaon-122003 (NCR)/Haryana

Mailing Address:
D-248, Sushant Lok, Phase I
Gurgaon-122001

Fax: (0091)-124-40 48 275

Internet: www.igep.org / www.igep-zertifikation-natursteine.org / www.rugmarkindia.org
Facebook: IGEP Gurgaon / Rugmark India / Dietrich Kebschull

Armutsbekämpfung

Gesundheitsfürsorge und Schulausbildung mit der Rugmark Organisation.

Indiens Wirtschaft macht trotz der weltweiten Finanzkrise große Fortschritte. Aber das Land mit seinen 1 200 Millionen Einwohnern hat noch einen langen Weg vor sich. Rund 300 Millionen Menschen leben unter allerschwierigsten Bedingungen und müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Besonders stark verbreitet ist diese erschreckende Armut in ländlichen Gebieten. In vielen Dörfern gibt es weder einen Arzt noch eine Krankenstation. Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria, Dengüfieber, Kinderlähmung, Masern, Diphterie und viele andere können deshalb ebenso wie einfache Erkältungen nicht rechtzeitig erkannt und wirksam bekämpft werden. Hunde- und Schlangenbisse können tödlich sein. Wer arm ist, muss leiden!

Unser Partner Rugmark, der sich seit zwanzig Jahren gegen Kinderarbeit einsetzt, unterhält zur Zeit sieben Schulen für die Kinder der armen Dorfbevölkerung. Sie befinden sich in der Region Varanasi-Mirzapur-Bhadohiin, einem der ärmsten Gebiete im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Dies ermöglicht hier mehr als 2000 bedürftigen Kindern eine gute Ausbildung, stellt Schuluniformen und Lehrmaterialien und eröffnet ihnen damit Chancen für eine bessere Zukunft.

Kinder Schulen Tabelle

Um die ärztliche Versorgung der Schulkinder zu sichern, hat die Interessengemeinschaft mit Rugmark ein Kooperationsabkommen abgeschlossen. IGN trägt die Kosten für ärztliche Versorgung und für den Betrieb und die Unterhaltung eines Ambulanzfahrzeugs, mit dem nach einem festen Plan alle Schulen besucht werden. So können regelmäßig Untersuchungen und notwendige Behandlungen durchgeführt werden. Außerdem werden Lehrer und Kinder in Maßnahmen der Hygiene geschult, damit vielen Krankheiten vorgebeugt wird.

Im kommenden Jahr werden invielen Dörfern an bestimmten Tagen zusätzlich Untersuchungen für die gesamte Bevölkerung durchgeführt und notwendige Medikamente bereitgestellt. Auch dies wird von der Interessengemeinschaft IGN maßgeblichunterstützt. Für sie stellt Gesundheit eine der wichtigsten Voraussetzungen für die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen dar.

Im Jahr 1996 hat Rugmark das Kinderheim "Balashrya" eingerichtet, in dem ehemalige Kinderarbeiter wieder an ein normales Leben herangeführt werden. Sie leben in dem Heim, werden umfassend betreut und erhalten eine Schulausbildung. Sie können so zum ersten Mal in ihrem Leben lesen, spielen und Sport treiben. Zusätzlich werden Kurse zur Berufsausbildung angeboten.

Da das Kinderheim auch den Kindern armer Landarbeiter als Schule zur Verfügung steht, erwies sich das angemietete Gebäude als zu klein. Deshalb wird dieses Jahr auf einem kürzlich erworbenen eigenen Grundstück in der Ganges-Ebene eine neue größereSchule errichtet. Sie wird nach derzeitiger Planung acht Klassenräume haben, von denen IGN zwei finanziert.

Außerdem wird mit IGN-Mitteln:

Vorgesehen ist auch die Durchführung von Englischunterricht, da Englisch in allen Regionen die gebräuchliche Verwaltungssprache darstellt. Dies stellt eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zu vielen weiterführenden Ausbildungen und Berufausbildungen dar. IGN erschließt damit vielen Aermsten der Armen diese Möglichkeit.

Zusammenarbeit mit der Indo German Export Promotion(IGEP)Foundation

Krankheiten haben für arme Familien schwere – für uns meist unvorstellbar harte Folgen. Infiziert sich zum Beispiel ein Familienvater mit Tuberkulose, fällt er zum einenals Ernährer aus. Die Furcht vor Ansteckung verhindert dann weiter, dass die Mutter arbeiten kann und die Kinder zur Schule gehen. Und Tuberkulose ist nur eine unter vielen ansteckenden Krankheiten. Deshalb versinken vieleFamilien im Elend und verlieren den Anschluss an ein normales Leben. Im Teufelskreis der Armut geht es dann nur noch nach unten.

Um diesen Menschen wieder Chancen zu geben, gründete die IGEP–Stiftung die Little Keb-School in Neu Delhi, die mittlerweile auch in einer besonders benachteiligten Region im Bundesstaat Jharkand vertreten ist. Hier arbeiten private Geber zusammen, um armen Menschen die Welt wieder lebenswerter zu machen. Sieben Lehrer und Hilfskräfte sorgen für etwa 200 Kinder, die sonst keinen Zugang zu Schulen oder Kindergärten hätten. Sie kümmern sich nicht nur um die Schulausbildung, sondern auch um Fragen derHygiene und Gesundheit. Auch für kranke Eltern wird umfassend gesorgt.

In der Schule ist ein Arzt regelmäßig im Einsatz, um bei Kindern und ihren Familien Krankheiten früh erkennen und behandeln zu können und Ansteckungen zu verhindern. Die anfallenden Kosten werden voll von der IGN Interessengemeinschaft getragen.

Berufsausbildung

Alle Erfahrungen beim Kampf gegen die Armut zeigen, dass eine Schulausbildung für die Kinder der betroffenen Bevölkerungsgruppen von zentraler Bedeutung und damit unbedingt notwendig ist. Aber um erfolgreich zu sein, muss sie für bestimmte Berufe durch eine weiterführende Ausbildung ergänzt werden. Dies wird oft übersehen.

Kinder in Schule

Die IGN Interessengemeinschaft legt deshalb gerade in Südindien, wo die Schulsituation relativ besser als im Norden ist, besonderen Nachdruck auf diesen Bereich. Um schnell, nachhaltig und wirkungsvoll Hilfe zu leisten, nutzt sie dabei die langjährigen Erfahrungen und Kontakte von CARITAS in Indien. In Krishnagiri, dem Zentrum der südindischen Steinbruchregion, werden deshalb jetzt Kurse zur Berufsausbildung bedürftiger Heranwachsender durchgeführt. Alle Ausbildungs- pläne wurden von IGN gemeinsam mit Pfarrer Dr. Babu Joseph, dem Leiter von CARITAS Indien entwickelt, geplant und eingerichtet. Im Vordergrund stehen zunächst solche Berufe, die besonders nachgefrag tsind und den Teilnehmern besonders günstige Zukunftsperspektiven eröffnen. Begonnen wurde deshalb 2011 mit der Ausbildung zum Klempner, Elektriker und Mechaniker für die Einrichtung und Reparatur elektrischer Geräte und Mobiltelefone. Kurse für weitere Berufe sind geplant. IGN trägt hierbei die Kosten für Lehrer, Lehrmaterialien und die Unterbringung und Betreuung der Auszubildenden.

Blindenschule

Besonders benachteiligt sind in Indien blinde Kinder. Denn anders als in Europa gibt es für sie kaum Möglichkeiten der Ausbildung und Integration in die Gesellschaft. Damit sie ein würdiges Leben führen können, hat IGN eine Zusammenarbeit mit der „Karnataka Welfare Association for the Blind“ in Bangalore eingerichtet. Durch sie wird es ermöglicht, dass blinde Kinder aus armen Verhältnissen einen Beruf erlernen, der ihnen später eine sichere und unabhängige Existenz ermöglicht. Begonnen wird hier mit Computerausbildung. IGN sorgt auch dafür, dass die Absolventen anschließend Beschäftigung bei privaten oder staatlichen Unternehmen finden. Dabei werden auch die Verbindungen mit CARITAS intensiv genutzt.

So, nun ist der Brief doch etwas länger geworden, als ich beabsichtigt hatte. In der Tat tun wir viel. Insofern gibt es auch viel Gutes zu berichten. Das Ganze wurde – und das wissen wir sehr genau – natürlich nur durch Ihre engagierte und selbstlose Unterstützung möglich.

Dafür unseren aufrichtigen Dank.
Mit besten Grüssen Ihr Dietrich Kebschull


Betreff: Angeblicher Export von Grabsteinen aus Kinderhand (August 2012)

Kinderarbeit in SONNTAGS-KLEIDUNG, völlig Staub- und Schmutzfrei! (siehe Foto)

Lieber Herr Schneider,
alle deutschen Zeitungen berichteten gestern von der Reise des Limburger Bischofs zu den Kindern in den Steinbrüchen bei Bangalore. Der Hintergrund ist auch hier wieder die Kampagne gegen Grabsteine, die in Indien angeblich in ganz grossem Umfang von Kindern hergestellt werden.

Das Photo in der Bildzeitung veranlasst mich, Ihnen noch einmal zu demonstrieren, dass wir im Round Table über etwas reden, was auf Übertreibung und Verleumdung beruht. Grabsteine, Mass- und Unmassplatten und selbst normgerechte Pflastersteine aus Granit können von Kindern nicht hergestellt werden.

Es gibt in der Naehe einiger Dörfer in den Granitgebieten Indiens verlassene oder auch illegale "Steinbrüche", in denen die Dorfbevölkerung zur Erzielung eines bescheidenen Nebeneinkommens Schotter schlaegt. Dieser Schotter wird an lokale Strassenbauer verkauft oder in den Dörfern selbst verwendet. Exportiert wird er nicht. Er würde wegen seiner Unregelmaessigkeiten nicht einmal die Mindestqualitaetsanforderungen erfüllen, die in der EU oder in USA gestellt werden. Für Qualitaetsschotter setzt man auch in Indien bereits Maschinen (Stone Crusher) ein. Sie arbeiten in der Regel schneller, zuverlaessiger und billiger.

Das Bild, das dies verdeutlicht, hat übrigens gewisse Aehnlichkeiten mit dem "Beweis" der Kinderarbeit, den Herr Blüm und seine Organsiation staendig verwenden. Wenn Sie es ansehen, wird Ihnen sofort klar, dass es auch hier nur um Schotter geht. In Filmen, die diese Organisation ebenfalls zeigt, werden Kinder befragt, was sie machen. Sie antworten in ihrer tamilischen Sprache:"Schotter." Dies erklaerte mir meine Kollegin Sharda Subramaniam, die aus Tamil Nadu kommt, Im deutschen Filtext heisst es dann aber stets :"Pflastersteine."

Dabei waere übrigens noch zu prüfen, ob die gezeigten Bilder wirklich echt sind oder von eifrigen Photographen gestellt wurden. Zu beweisen waere auch, ob die "Kinder" tatsaechlich unter 14 Jahre alt sind. Denn nur dann waere ihre Arbeit in Indien strafbar. Wir prüfen das grundsaetzlich. Und wir kümmern uns auch um Kinder, die noch arbeiten müssen. Der Bischof von Limburg haette mit unserer Unterstützung sehr einfach Schulen und Ausbildungszentren sehen können, die wir nahe Bangalore zusammen mit Caritas India unterhalten.

Aber darum geht es mir nicht. Wichtig war mir, Ihnen kurz zu zeigen, dass wir im Round Table von einer Annahme (weitverbreitete Kinder- und Sklavenarbeit bei Natursteinen, die nach Deutschland exportiert werden) ausgehen, die nicht der Realitaet entspricht. Diesen Kardinalfehler gilt es, zunaechst einmal zu beseitigen, bevor wir über sinnvolle Massnahmen und Programme im Zusammenhang mit Auditierungen und Zertifizierungen nachdenken.

Mit freundlichen Grüssen
Dietrich Kebschull


Lieber Herr Schneider,
der Mai ist gekommen. In Deutschland ist das – soweit ich mich erinnere - immer die Zeit , wo man mit vollem Schwung und viel frischer Energie wieder zur Arbeit kommt. Meine Mitarbeiter und ich hoffen, dass es Ihnen gut geht und dass das Jahr für Sie gut und erfreulich verläuft.

Hier in Indien freut man sich auch 2011 über das hohe und weiterhin stabile Wachstum. Das reduziert die Sorgen, die weiterhin wegen der hohen Zahl der Armen bestehen. Offizielle Stellen schätzen, dass dies noch immer mindestens 350 Millionen sind. Deshalb gibt es weiterhin grosse Probleme im sozialen Bereich. Sie wurden in den letzten Monaten durch die starken Preissteigerungen für Nahrungsmittel noch dramatisch verstärkt. Insofern werden wir uns in diesem Land mit dem Thema sozial-verträglicher Arbeitsbedingungen, insbesondere mit der endgültigen Beseitigung von Kinderarbeit, noch lange Zeit beschäftigen müssen.

In der indische Presse und den sonstigen Medien tauchen immer wieder Berichte über Kinderarbeit auf. Bei Natursteinen betrifft das meist Steinbrüche im Grossraum von Delhi und Rajastan. Bei Granit haben wir – soweit ich es übersehen kann – diese Probleme nicht gefunden. Aber weder deutsche noch sonstige Verbraucher sind in der Lage, das wirklich differenziert zu sehen. Deshalb sind wir gut beraten, unseren Kurs fortzusetzen: Permanent kontrollieren, zertifizieren und Hilfsprojekte durchführen, um der breiten Oeffentlichkeit unser Engagement zweifelsfrei und sichtbar zu zeigen.

Aus desem Grunde haben wir in paar kleine Wünsche und Informationen:

1. Die Interessengemeinschaft Asiatische, Afrikanische und Lateinamerikanische Natursteine (IGN) hat ein Zertifikat, mit dem alle Mitglieder und IGN gemeinsam werben. Dieses Zertifikat stellen wir nach Kontrolle der Steinbrüche und der Verarbeitungsbetriebe sowie der Transporte aus. Es gilt laut IGN-Beschluss nur befristet. Um jetzt alle Mitglieder der IGN auf den gleichen Stand zu bringen, möchten wir neue Zertifikate ausstellen. Sie sollen ab Juni 2011 für ein Jahr gelten und werden danach erneuert.

2. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie bitten, uns mitzuteilen, ob sich bei Ihren Lieferanten Aenderungen ergeben haben. Wir kontrollieren systematisch alle uns bekannten Steinbrüche und Verarbeiter. Insofern ist es auch bei Veränderungen in Ihrer Lieferantenstruktur sehr wahrscheinlich, dass wir Ihre neuen Lieferanten und Steinbrüche bereits abdecken. Wir wollen aber in jedem Fall auf der sicheren Seite sein und jeglicher Kritik vorbeugen. Deshalb unser Wunsch, die Lieferanten noch einmal aufzulisten (oder uns einfach zu schreiben, dass alles unverändert ist).

3. Vorgesehen ist, die neuen Zertifikate vor der Nürnberger Messe oder auf der Messe selbst zu übergeben. Über die Einzelheiten werden wir uns mit dem IGN-Vorstand abstimmen.

4. Die meisten Gründungs-Mitglieder der IGN haben uns mitgeteilt, wie hoch Ihre Importe aus Indien im vergangenen Jahr waren. Dementsprechend erhalten sie eine Rechnung von uns über 0.75% des Importbetrags (fob). Dieses Verfahren dauerte etwas länger, da es mit den indischen Behörden abgestimmt werden musste. Wie Sie wissen, ändert sich hier immer vieles mit dem neuen Haushalt, der am 01. April beginnt. Diesen Termin mussten wir abwarten. Er brachte prompt die erwarteten Neuerungen. Denn nun dürfen wir nicht - wie bisher - einfach Ihre Mittel von unserem deutschen Konto nach Indien transferieren. Wir müssen die dafür schon vorhandene Genehmigung alle fünf Jahre neu beantragen. Das ist aufwendiger, aber wir werden damit leben können. Die Rechnungen gehen deshalb erst jetzt an diejenigen Mitglieder, die uns bereits ihre Angaben gemacht haben. Alle anderen möchten wir bitten, uns entsprechend für das Jahr 2010 (Jan-Dez) zu informieren. Wenn Sie der IGN erst später beigetreten sind, gelten natürlich entsprechend kürzere Fristen.

5. Unsere Sozialarbeit bezieht sich bisher auf die Ihnen bekannten Schulen der Rugmark Stiftung in Uttar Pradesh und die Little Keb-School in Neu Delhi. Obwohl wir von den zuvor erwähnten 0.75% (siehe Punkt 4) - vor allem wegen des Transferproblems - bisher noch keinen Cent angetastet haben, kann IGN durchaus einiges vorweisen. Mit Hilfe von direkten Spenden, durch eigenes Engagement und mit bescheidener Vorfinanzierung sorgte IGN z.B. für:

6. Die Messe in Nürnberg bietet Gelegenheit, dort ein neues gemeinsames Hilfsprojekt der IGN und ihrer Lieferanten vorzustellen. Mit Gem Granites und Amman Granites sind dazu schon diverse Gespräche geführt worden. Eine wichtige Rolle wird Caritas zukommen. Diesen Partner zu finden und in geeigneter Form in die Arbeit einzubinden, erforderte einige Zeit. Aber jetzt können wir gemeinsam arbeiten und wirklich "in die Vollen" gehen. Das betrifft auch die Oeffentlichkeitsarbeit in Deutschland und Indien. Die entsprechenden Planungen laufen. Eingebunden sind hier ebenfalls die indischen Produzenten und Exporteure. Der Leiter von Caritas Indien, Pater Dr. Joseph, ist nun auch Mitglied des Rugmark-Direktoriums. Er war mit uns bereits vor kurzem auf der Natursteinmesse in Chennai. Wir konnten ihn dort den indischen Lieferanten, der Presse sowie einigen Diplomaten und Verbändsvertretern vorstellen.

7. Mit Caritas haben wir einen hoch angesehenen und weltweit anerkannten Partner für alle Massnahmen. Ausserdem ist IGN auch Mitglied des Runden Tisches der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ; früher GTZ). Dieser Runde Tisch wird von der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisiert. Er soll ein koordiniertes und transparentes Vorgehen im Natursteinbereich ermöglichen. Die Abstimmung mit weiteren wichtigen Partnern in Deutschland und Indien wird zusammen mit IGN und wichtigen Exporteuren geprüft und vorbereitet.

Lassen Sie mich Ihnen am Ende dieses langen Briefs ganz herzlich für Ihre vielfältige Hilfe, Unterstützung und Ermutigung danken. Meine Mitarbeiter und ich freuen uns sehr darüber. Der Weg mit den Steinen ist manchmal wirklich steinig! Deshalb ist jede neue Idee sowie Ermunterung und kleine Anerkennung wichtig. Wir sind auf einem guten Weg!

Wir können die Welt zwar nicht ändern. Aber gemeinsam können wir sie in kleinen Schritten ein wenig besser machen und vor allem die unterstützen, die es besonders nötig haben und um die sich sonst niemand kümmert.

Mit vielem Dank für Ihre Unterstützung und mit den besten Grüssen
Ihr Dietrich Kebschull

Zertifizierung von
Natursteinen aus China


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Stones Presentation for
Indian exporters


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IGEP Publikation 2015


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IGEP gegen Kinderarbeit

Mit dem IGEP-Siegel gehen wir sicher, dass unsere importierten Natursteinprodukte frei von jeder Kinderarbeit und sozialverträglich entstanden sind.

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Schutzbär Bulli

In Zusammenarbeit mit:

Initiative gegen Gewalt und sexuellen
Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.

Poststraße 18, 56427 Siershahn

Tel./Fax: 02623 / 6839
Mobil: 0171/186 922 0

www.initiative-gegen-gewalt.de
www.schutzbaer-bulli.de

Initiative gegen Gewalt
IGN Logo
  • Gründung 1988
  • Ab 1991 Kontrolle der Teppichindustrie
  • Ab 1997 Kontrolle der Leder- und Schuhindustrie (z.B. Fa. Deichmann)
  • Ab 1999 Zusammenarbeit mit dem AVE – Aussenhandelsverband des deutschen Einzelhandels (Kontrolle von Konsumgütern wie z.B. Textilien und Bekleidung, Elektroartikel, Schmuck, Geschenkartikel, Silberwaren, etc. für Firmen wie: Metro-Gruppe einschl. Media Markt, Otto, Quelle, Neckermann, Karstadt, P&C, etc.)
  • Ab 2008 Kontrolle der Natursteinindustrie. Hierzu gehört: Die Gewinnung von Rohblöcken, Unmassplatten sowie Herstellung von Grabmalen.
  • ISO Zertifiziert und als Prüfeinrichtung akkrediert!!
  • Laufende Förderungen von Hilfsprojekten für Kinder!
  • Link: www.schools-for-children.org
Gegen Kinderarbeit

Alternativen

Xertifix
  • Gründung 2003
  • Umsatz 2008 ca. 30 000,-- (mit erheblicher Unterstützung von Miseror!)
  • Nur eine Einkaufsmöglichkeit für Wiederverkäufer – Versuch, eine Monopolstellung aufzubauen!
Fairstone
  • Gründung ca, 2007
  • ca. fünf Einkaufsmöglichkeiten für Wiederverkäufer in Deutschland

Was soll kontrolliert werden: Ein kompletter Kontinent (Indien) mit Blockabbau, Material-verarbeitung (z.B. Herstellung von Grabmalen etc.) und Verschiffung.

Hierzu sind Menschen und Geld notwendig – Dies ist bei IGEP gewährleistet!


Wir sind KEIN Hersteller oder Verarbeiter von Schottersteinen – hier besteht die Möglichkeit, dass es Kinderarbeit gibt!

...zum Filmbeitrag video link

 

 

 


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